Am Freitag, den 4. November veranstaltete die Klima- und Energiemodellregion (KEM) Schwarzatal einen Informationsabend rund um das Thema „Energieeffizientes und kliamfreundliches Heizen“ im Veranstaltungssaal des neu errichteten Gemeindeamtes. „Hausherr“ Bgm. Ing. Johann Gneihs begrüßte die rund 50 Gäste.
Ing. Christian Manhardt, unabhängiger Energieberater, informierte in seinem Vortrag umfassend über alle Möglichkeiten des Heizungstausches – weg von fossilen Systemen zu Erneuerbaren, wie sie auch gerade von Bund und Land mit bis zu 14.000,- EUR gefördert werden. Wesentlich sei, so der Experte, noch möglichst vor dem Heizungstausch das Haus allenfalls möglichst thermisch zu sanieren/zu dämmen. Tauscht man zuerst das Heizysystem und dämmt danach, könne es passieren, das das neue Heizsystem womöglich überdimensioniert ist. Statt des alten Ölkessels, Kohle-/Koksofens/Gastherme stehen je nach Eignung entweder verschiedene Wärmepumpensysteme (Luft, Wasser, Erdwärme u.v.m.) oder aber Pellets-, Stückgut oder Hackschmnitzelheizungen zu Wahl. Wofür man sich entscheidet hängt von vielen unterschiedlichen Paramtern ab – gibt es Lagerraum für Pellets?, sind Heizkörper oder Fußboden – bzw. Wandheizung vorhanden etc. Manhardt empfiehlt bei einer Gesamtsanierung auf jeden Fall einen Energieberater der Energieberatung Niederösterreich zu Rate zu ziehen und mit ihm das optimale Heizsystem auszuwählen.

Modellregionamanagerin der KEM Schwarzatal, Katharina Fuchs, stellte den – in Kooperation mit der eNu entstandenen – „Raus aus Öl & Gas“ Infofolder vor, der den BürgerInnen einen guten Überblick über die Förderungen (Bund, Land, Boni) für den Kesseltausch bietet. BürgerInnen können sich jederzeit bei Frau Fuchs als Ansprechperson melden aber auch bei den zwei regionalen Partnerinstallateuren Bürger GmbH in Neunkirchen bzw. Ziegler Ges.m.b.H in Ternitz. Herr Rücker aus Neunkirchen tauschte im Sommer seine Gasheizung gegen eine Pelletsheizung und berichtete über seine persönlichen Erahrungen dabei. Die Förderabwicklung sei einfach gewesen und er sei insgesamt sehr zufrieden – müsse aber zuegeben, dass die Pelletsheizung trotzdem einen Mehraufwand im Vergleich zur Therme bedeute – rechtzeitiges Befüllenlassen des Tanks, Asche asuräumen.

Zum Abschluss honorierte eNu Büro-Industrieviertel Leiter DI Gerald Stradner alle 13 KEM-Mitgliedsgemeinden als vorbildliche „Raus aus Äl & Gas“-Gemeinden. Sie haben noch vor der Gaskrise und damit weit vor vielen anderen die „Raus aus Öl & Gas“-Vereinbarung mit dem Land sowie der eNu unterzeichnet und somit dafür gesorgt, dass sie bei der Beheizung der gemeindeigenen Gebäude bis 2030 raus aus den fossilen Energieträgern sind. Modellhaft und richtungsweisend!
Bei einem liebevoll angerichteteten Buffet mit Fingerfood und Brötchen vom Wartmannstätter Genusseck fand der Ausklang der Veranstaltung statt.

Alle 13 Gemeinden in der KEM Schwarzatal machen mit bei „Raus aus dem Öl und Gas“

Niederösterreich hat sich ein klares Ziel gesetzt: Wir wollen „Raus aus dem Öl und Gas“! Die Gemeinden der Klima- und Energiemodellregion – KEM – Schwarzatal Altendorf, Bürg-Vöstenhof, Buchbach, Grafenbach-St.Valentin, Natschbach-Loipersbach, Neunkirchen, Ternitz, Wartmannstetten, Wimpassing i. Schwarzatale, Gloggnitz, Payerbach, Reichenau an der Rax, Schwarzau im Gebirge unterstützen dieses Anliegen und versuchen nun aktiv ihre BürgerInnen von den Vorteilen umweltfreundlichen Heizens zu überzeugen.

„Ölheizungen sind für ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen der Haushalte verantwortlich. Als erstes Bundesland hat Niederösterreich ein Ölkesselverbot für Neubauten beschlossen. Nun geht es darum, diesen Weg konsequent auch für bestehende Ölheizungen fortzusetzen. Ich freue mich, dass die Gemeinden Altendorf, Bürg-Vöstenhof, Buchbach, Grafenbach-St.Valentin, Natschbach-Loipersbach, Neunkirchen, Ternitz, Wartmannstetten, Wimpassing i. Schwarzatale, Gloggnitz, Payerbach, Reichenau an der Rax, Schwarzau im Gebirge unsere Initiative unterstützen und unser vielfältiges Informations- und Beratungsangebot dazu nützen,“ so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Payerbach ist der Aktion „Raus aus dem Öl und Gas“ beigetreten. „Wir laden unsere BürgerInnen ein, jetzt die gute Fördersituation für den Umstieg von Öl und Gas auf erneuerbare Energieträger zu nutzen. Klima schützen bedeutet auch Ihren Geldbeutel zu schonen.“ sind sich Vizebürgermeister Joachim Köll sowie Klima- und Energieregionsmanagerin Katharina Fuchs einig.

Jährlich sollen landesweit in den beteiligten Gemeinden mit dieser Initiative im Schnitt etwa 7% der Ölheizungen auf erneuerbare Heizsysteme umgestellt werden. Herbert Greisberger, Geschäftsführer eNu: „Wir laden alle dazu ein, dieses Beratungsangebot zu nutzen. Es ist eine einfache Möglichkeit, sich unverbindlich rasch einen Überblick über mögliche Heizungsalternativen, Kosten und Einsparungen zu verschaffen.“

Insgesamt gibt es derzeit für den Umstieg von Öl und Gas auf beispielsweise Pellets oder Wärmepumpe bis zu 10.500 € (Tausch Ölheizung) und bis zu 12.500 € (Tausch Gasheizung) an nicht rückzahlbaren Bundes- und Landesförderungen. Das macht fast die Hälfte der Investitionskosten aus. Über all diese Fragen wird die Gemeinde nun laufend in ihren Medien informieren und auch eine eigene Informationsveranstaltung organisieren.

Weitere Informationen zur Aktion Raus aus dem Öl

Beratungsangebot unter

https://www.energie-noe.at/beratungsangebot

oder Schritt für Schritt-Anleitung unter

www.energie-noe.at/ihr-weg-zur-neuen-heizung

Foto (v.l.n.r.): Energieberater Christian Manhardt, KEM-Managerin Katharina Fuchs, Vizebürgermeister Joachim Köll, eNu-Regionsleiter Gerald Stradner
Fotonachweis: eNu

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