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Energiegemeinschaften in Ternitz auf Erfolgskurs

Ternitz, 25. September 2026
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130 Interessierte informierten sich beim Infoabend der EEGs Ternitz/Schoeller Schwarzatal Mitte über die bisherigen Erfolge der Energiegemeinschaften, Speichermöglichkeiten und ein geplantes Pilotprojekt mit Echtzeitdate

TERNITZ. – Die Energiegemeinschaften Ternitz und Schoeller Schwarzatal Mitte luden am Donnerstag, 24. September, zu einem Informationsabend ins Herrenhaus Ternitz. Rund 130 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung von Vereinsobfrau Daniela Mohr. Die Plätze waren bis auf den letzten Sessel besetzt.

Regionaler Stromtausch als Erfolgsmodell
Nach der Begrüßung zog Mohr eine positive Bilanz über das erste Betriebsjahr der beiden Energiegemeinschaften. Die Mitgliederzahl wächst laufend. Zudem steht inzwischen in beiden EEGs Strom aus Kleinwasserkraft zur Verfügung. Dadurch kann auch in den Abendstunden und insbesondere im Winter zusätzliche regionale Energie bereitgestellt werden.
Die Verantwortlichen warben zugleich um weitere Mitglieder – besonders um reine Verbrauchskundinnen und -kunden. Auch Haushalte ohne eigene Photovoltaikanlage können einer Energiegemeinschaft beitreten und den regional erzeugten Strom nutzen. Der Strompreis liegt derzeit bei 11 Cent pro Kilowattstunde. Für Strom, der innerhalb der EEG bezogen wird, gelten außerdem um 28 Prozent reduzierte Netzkosten. Im Vergleich zu herkömmlichen Tarifen können sich inklusive Netzkosten Einsparungen von rund 10 Cent pro Kilowattstunde ergeben: etwa 20 statt rund 30 Cent, abhängig vom jeweiligen Anbieter.

Speicher im Fokus
Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Andreas Schwifcz. Der EZN-Mitarbeiter der ersten Stunde ist als Projektleiter für die Region Niederösterreich Mitte tätig und beschäftigt sich seit Jahren mit Energiegemeinschaften, dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz sowie den künftigen Entwicklungen im Energiesektor.

Schwifcz erläuterte, welche Formen der Stromspeicherung heute bereits technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind. Quartierspeicher, die von einer gesamten Energiegemeinschaft genutzt werden, seien derzeit noch keine wirtschaftliche Lösung. Der Grund: Für das Einspeichern und spätere Entladen fallen Netzentgelte in beide Richtungen an. Zwar gebe es dazu vielversprechende Forschungsprojekte, für einen breiten Einsatz sei diese Variante derzeit aber noch nicht geeignet.

Private Batteriespeicher seien hingegen vor allem dann effizient, wenn sie den eigenen Strombedarf gut abdecken. Wer über einen größeren Speicher verfügt, kann gespeicherten Strom grundsätzlich auch in die Energiegemeinschaft einspeisen – etwa nachts oder in den frühen Morgenstunden, wenn wenig Strom aus PV-Anlagen verfügbar ist. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Meldung an den Netzbetreiber.

Ein weiterer Vorteil liegt in einer netzdienlichen Steuerung: Wird ein Speicher genau zur Mittagszeit, wenn viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig hohe Mengen erzeugen, geladen, kann
dies das Stromnetz entlasten. Auch sogenannte Plug-and-Play-Speicher mit rund sieben Kilowatt Leistung sind inzwischen deutlich leistbarer geworden. Sie könnten für Menschen ohne eigene PV-Anlage interessant sein, die Strom aus der Energiegemeinschaft speichern und später selbst nutzen möchten.

Pilotprojekt mit Echtzeitdaten
Ein geplanter Pilotversuch in der EEG Ternitz/Schoeller Schwarzatal Mitte soll künftig noch mehr Transparenz schaffen. Auf freiwilliger Basis könnten Echtzeitdaten – etwa über Fronius-Wechselrichter – eingebunden werden. Ziel ist es, den Mitgliedern besser anzuzeigen, wann innerhalb der Energiegemeinschaft besonders viel Strom verfügbar ist. So ließe sich der günstigste Zeitpunkt zum Laden eines E-Autos, zum Einschalten der Waschmaschine oder für andere stromintensive Tätigkeiten leichter erkennen. Damit soll regional erzeugte Energie noch gezielter dort genutzt werden, wo sie gerade verfügbar ist.

Frisch serviert – Fragen & Antworten am Buffet
Nach dem Vortrag nutzten die Mitglieder beim regionalen Buffet des St. Johannerhofs die Gelegenheit zum Austausch. Vereinsobfrau Daniela Mohr, KEM-Managerin Katharina Fuchs und Referent Andreas Schwifcz beantworteten dabei zahlreiche Fragen der Besucherinnen und Besucher.

Kontakt für Rückfragen:
Mag. (FH) Katharina Fuchs
Modellregionsmanagerin KEM Schwarzatal

+43 676 812 20 369
www.kem-schwarzatal.at

Infos & Registrierung EEG Ternitz/Schoeller – Schwarzatal Mitte:
https://app.egon.energy/ternitz

Foto (von links nach rechts): Michael Riedl, Günter Daxböck, Christoph Wagner, Daniela Mohr, Katharina Fuchs, Andreas Schwifcz