Rohr im Gebirge – Biomasse-Nahwärme

Wohlige Wärme aus dem Sägewerk

In Rohr im Gebirge setzt man seit Jahren auf Wärme aus regionaler Biomasse. Schon 1997 hat man mit der Planung eines Nahwärmenetzes begonnen und dieses im Jahr darauf in Betrieb genommen. Damals wurden das alte Gemeindehaus (darin Feuerwehr, Rotes Kreuz, Kindergarten, Arztpraxis), das Musikhaus, die örtliche Bank, der Pfarrhof und der, als Gymnastikraum genutzte, Dorfstadel an das örtliche Mikronetz angeschlossen. Mit der Volksschule kam im Jahr 2000 ein weiterer, großer Verbraucher dazu. Die Leistung des Heizkessels reichte auch noch aus, um das 2010 neu errichtet Gemeindeamt anzuschließen. Der Wärmebedarf des energieeffizienten Gebäudes ist jedoch ohnehin nicht allzu groß und so blieben ausreichend Kapazitäten, um 2013 das Netz sogar um zwei private Wohnhäuser  und eine Pension zu ergänzen. Da weitere Anschlüsse geplant waren, entschied man sich, einen zweiten Kessel anzuschaffen, der seit der Heizsaison 2014/15 in Betrieb ist und mit einem privaten Wohnhaus und einem Lebensmittelgeschäft zwei weitere Verbraucher mitversorgt. Verbrannt werden übrigens vorwiegend Sägespäne eines örtlichen Sägewerks. Bis 2013 verbrauchte man jährlich etwa 450 Schüttraummeter, seit 2013 liegt der Jahresbedarf bei ungefähr 650 srm.
„Wir haben in den letzten 16 Jahren keine nennenswerten Probleme mit der Wärmeversorgung gehabt. Der Kessel ist äußerst robust und durch unsere langjährige Erfahrung wissen wir ja mittlerweile, wie die Anlage richtig bedient wird“, zeigt sich Bürgermeister Christian Wagner zufrieden mit der Biomassenahwärme-Lösung in Rohr im Gebirge.
Neben der Schaffung regionaler Wertschöpfung konnte man in den letzten eineinhalb Jahrzehnten Einiges an Energiekosten einsparen. Das Mikronetz ersetzte bestehende Stromheizungen, Ölkessel oder Flüssiggas-Anlagen, was eine massive Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes bedeutet.
Ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich darstellbar und  praktisch erprobt zeigt das Modell Rohr, dass aktiver Klimaschutz auch in kleinen Gemeinden möglich ist. Es bleibt zu wünschen, dass sich zahlreiche Nachahmer in der Region finden.