Bad Fischau-Brunn – Biomasse-Fernwärme

Biomasse-Fernwärme in Bad Fischau-Brunn

Schon seit Jahren heizt der Vizebürgermeister von Bad Fischau-Brunn, Klemens Sederl, privat mit Hackschnitzeln. Als 2008 der neue Kindergarten geplant wurde, war es für ihn naheliegend zu prüfen, ob es nicht sinnvoll wäre diesen und weitere öffentliche Gebäude mit regionaler Biomasse zu beheizen. Gemeinsam mit Otto Haberhauer von der Biowärme Schneebergland wurden die Möglichkeiten geprüft und festgelegt, dass die Volksschule sowie der alte und der neue Kindergarten angeschlossen werden sollten.
Damals waren auch eine Reihenhaussiedlung mit 40 Reihenhäusern und ein Gebäude der Gemeinde, welches eine Tagesbetreuungstätte, betreutes Wohnen und die Polizei beinhaltet, in Planung. Beide Objekte liegen in unmittelbarer Nähe zum Kindergartengebäude, wo die Heizzentrale integriert werden sollte. Es war daher naheliegend diese Objekte ebenfalls einzubinden und so ergab sich letztendlich eine Anschlussleistung der Abnehmer von etwa 800 kW, bei einer Leitungslänge von ungefähr 750 Metern. Zusätzlich hat sich auch der Gemeindearzt, Dr. Urban, für einen Anschluss an die Fernwärme entschieden, da sein Gebäude direkt neben der Leitung liegt.

Der Bau der Heizzentrale und des Bunkers wurde im Zuge der Kindergartenerrichtung von der Puchberger Baufirma Jägersberger GmbH. durchgeführt. Installiert wurde ein Biomassekessel der Firma Herz mit einer Leistung von 500 kW. Da Bad Fischau-Brunn im Feinstaubsanierungsgebiet mit engen Abgaswerten liegt, musste der Kessel mit einer Rauchgasreinigung ausgestattet werden, die bei der Prüfung die geforderten Grenzwerte ohne Probleme unterschritt. In Betrieb genommen wurde die Nahwärmeanlage im September 2010 mit den Abnahmestellen Kindergarten neu und alt, Volksschule und Gemeindearzt.
2011 sind die ersten 20 Reihenhäuser dazugekommen, Ende 2012 folgte das Gemeindegebäude und 2014/2015 werden die restlichen 20 Reihenhäuser angeschlossen.

Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa 700.000 EUR, davon werden 30 % durch Umweltförderungen abgedeckt. Das Hackgut kommt von Waldbauern aus der unmittelbaren Umgebung, die verbrauchte Menge betrug in der Heizperiode 2011/2012 etwa 1.200 SRM im Wert von. € 65.000. Im Endausbau werden geschätzte 2000 SRM Waldhackgut benötigt. Da die bestehenden Gebäude von Erdgas auf Biomassewärme umgestellt wurden und die neu Errichteten keine Wärmeerzeugung mit Erdgas benötigen, liegt das umweltrelevante CO2 Einsparungspotential bei etwa 300 Tonnen pro Jahr.
„Mit unserer Fernwärme aus Biomasse leisten wir nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Einsparung, sondern wir schaffen auch nachhaltige Wertschöpfung in der Region“, zeigt sich Vizebürgermeister Sederl über die WIN-WIN-Situation von Umwelt und Wirtschaft erfreut.